208 Seiten, Penguin, 24.06.26
Was bedeutet wild wuchern? Was denkst du
Ich mag das Gemälde der Frau auf dem Cover, auch dass man es stellen kann, wie man möchte.
Diese Geschichte hatte mich sofort. Mit all dem Schmerz, all der Angst, der Wut und den vielen Gefühlen.
Marie rennt. Das ganze Buch ist wie ein einziger Monolog mit österreichischem Einschlag. Marie rennt. Sie rennt davon. Vor wem ist schnell klar. Sie rennt weiter. Der Kopf pocht. Ihr fällt nur eine Möglichkeit ein, wo sie hin kann. Wo man sie nicht findet.
Die alte Alm vom Großvater. Ihre Cousine lebt dort. Das zumindest sagt ihre Tante immer. Es muss stimmen. Es muss einfach.
Mit den beiden jungen Frauen treffen Welten auf einander. Da ist Marie, die ständig redet, und wenn es im Kopf ist. Und Johanna, die vor Jahren schon das Reden auf ein Minimum eingestellt hat. Sie hat Gründe dafür.
Die Geschichte der Frauen, die Beziehung der beiden, wie sie sich verändert, ich fand es so gut. Dieses Buch hab ich an zwei Tagen weggeatmet. Bin immernoch flashed.
„Jetzt bin ich hier und wuchere wild.“
Und eigentlich ist viel ein Zitat, viel mehr. Ehrlich.
Das Buch hat Highlight Potenzial 📚
Inhaltswarnung: physische und psychische Gewalt, dysfunktionale Familien, Gewalt an Tieren
»Katharina Köller erzählt beherzt, feinsinnig und abgründig. Ein soghaftes Alpen-Kammerspiel.« Daniela Dröscher
Marie rennt panisch einen Berg hinauf. Auf der Flucht vor einer Welt, in der vieles aus dem Lot geraten ist, sucht sie Schutz bei ihrer Cousine Johanna. Ausgerechnet bei Johanna, die seit Jahren wie eine Eremitin auf einer entlegenen Tiroler Alm lebt. Marie und Johanna, sie könnten nicht unterschiedlicher sein: die scharfzüngige Wienerin, Luxusgeschöpf aus einer Luxuswelt, zugleich verwöhnt und verachtet von Ehemann Peter – und das »wilde Tier im Körper von einem Menschen« (Marie über Johanna), das beim Erwachsenwerden scheinbar die Sprache verloren und die Gesellschaft hinter sich gelassen hat. Für die beiden Frauen beginnt ein ungewöhnliches Kräftemessen, ein Ringen um ihr Selbstverständnis, aber auch um einen gemeinsamen Weg.
In ihrem so poetischen wie politischen Roman, Märchen, Parabel und pulsierende Zivilisationskritik in einem, feiert Katharina Köller zwei Frauen und ihren eigensinnigen Aufbruch ins Leben.
»Ich war dort, wo man mich hingepflanzt hat, wie ein Ziergewächs in einem Topf. Jetzt bin ich hier und wuchere.«