Rezensionsexemplar netgalleyDE / 256 Seiten / DuMont Verlag / 11.02.25
Wenn wir lächeln
Es ist so anders. Eine Geschichte über Freundschaft, die großen Krisen einer Jugend, sexuelle Übergriffe, zu viel Alkohol, Wut im Bauch und in den Fäusten. Ein möglicher Suizid, eine komische Kurzschlusshandlung. Ein Buch mit vielen Dialogen und völlig ohne wörtliche Rede. Es zieht dich mit. Die Freundschaft zwischen Jara und Anto ist tief und echt, bis sie es nicht mehr ist.
Was macht das mit einer Freundschaft, wenn die Familien so völlig anders sind, die Schule eine andere ist, die Freunde wechseln, eine lange im Krankenhaus ist, nach einem Unfall, wenn…
Die Kapitel, die wir mit Jara und Anto teilen, erzählen schonungslos wie Mädchen zwischen Frau sein und Mädchen sein hängen. Wann sexuelles Selbstbewusstsein Freiheit bedeutet und ab wann eine mögliche Gefahr darstellt.
Ich liebe es.
Es ist so schön.
Nichts ist zu detailliert. Alles ist detailliert genug, um Gefühle zu wecken, als man selbst 17 Jahre alt war.
Ich liebe es.
Es ist wunderschön und tragisch zu gleich.
☆☆☆☆☆
bis bald
Eva
Jara steht auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr und starrt ins tiefdunkle Gewässer. Anto, die gerade noch neben ihr saß, ist in den Fluss gesprungen und taucht nicht wieder auf. Das Einzige, was Jara von hier oben erkennen kann, ist der Baseballschläger, mit dem sie in dieser Nacht ein Autofenster eingeschlagen haben und der jetzt nicht sinken will.
Als Jara zum ersten Mal auf Anto trifft, ist diese zwar die schlechteste Spielerin auf dem Fußballplatz, aber trotzdem mit Abstand die mutigste. Die beiden freunden sich an, und schnell ist klar: Ihre Schwesternschaft steht über allem – sie teilen Lipgloss, Cherry Cola und Gewaltfantasien. Jeden Abend ein neuer Plan, sie haben alles im Blick und alles im Griff. Bis ihnen Stück für Stück die Kontrolle entgleitet. Und nun bleibt die Frage: Wohin mit all der Wut?
In ihrem Debütroman zeichnet Mascha Unterlehberg das bestechende und kraftvolle Porträt einer zarten Freundinnenschaft, die sich gegen den Druck von außen und eine stets drohende Gewalt behaupten muss – bis es Zeit ist, zurückzuschlagen.
»Mascha Unterlehberg schreibt hart und weich, klar und schimmernd. Dieser Roman beschleunigt den Puls und lässt den Atem stocken.« RUTH-MARIA THOMAS