315 Seiten / Aufbau digital/ 13.01.26
Also das mochte ich so richtig gerne. Einzig aus ihrer Sicht geschrieben. Eine interessante Reise zu sich selbst. Roh, ehrlich, völlig nüchtern.
Wenn es dich einmal hat, dann lässt es dich nicht los.
Waldo ist 17 und auf einmal findet sie ihren Lehrer heiß. Richtig heiß. Sie will ihn mit einer Maßlosigkeit. Das ist so krass beschrieben.
Da gibt es natürlich ein paar Probleme. Erstens sie ist minderjährig. Zweitens seine Schülerin. Drittens ist er ihr Lehrer. Viertens locker doppelt so alt wie sie und fünftens…
Und trotzdem, trotz allem, trotz der vielen Dinge, die hier passieren und einen ein wenig an all die Tragödien der heutigen Zeit denken lassen, habe ich nie Mitleid mit ihr. Waldo ist sich ihrer Sache immer sehr sicher. Sie hört auf ihren Körper, benennt ihn als vertraut und nimmt seine Signale war.
Korgy tut mir immer wieder leid. Und auch wieder nicht.
Die Geschichte ist ein Rausch durch alle möglichen Lebenslagen und es ist eine interessante Reise zu sich selbst und zum erwachsen werden.
☆☆☆☆☆
Waldo ist gierig. Notgeil. Direkt. Naiv. Weise. Impulsiv. Einsam. Wütend. Stark. Verletzt. Clever. Sie will so unendlich viel, und das, was sie am meisten will, ist: Mr. Korgy, ihren Lehrer für kreatives Schreiben, mit Frau und Kind, mit der Hypothek und den Rechnungen, mit den toten Träumen, der verblassten Attraktivität und dem immer größer werdenden Bäuchlein. Sie weiß nicht, warum sie ihn will. Ist es seine Leidenschaft? Seine Lebenserfahrung? Die Tatsache, dass er Bücher und Filme und Dinge kennt, die sie nicht kennt? Oder ist es etwas noch Reineres, etwas, das in ihrer unwahrscheinlichen Verbindung liegt, in ihrer Seelenverwandtschaft, in dem ähnlichen Filter, durch den sie beide die Welt um sich herum betrachten? Oder vielleicht reicht schon die Tatsache, dass er sie sieht? Wo es doch sonst niemand tut?
Ein witziger, trauriger und fesselnder Roman über Sex, Konsum, Klassenunterschiede, Begehren, Einsamkeit, das Internet, Wut, Intimität, Macht und die (oft völlig fehlgeleiteten) Kraftakte, die wir auf uns nehmen, um das zu bekommen, was wir wollen.